Im Zuge der Vorbereitung auf den Beitritt zur Europäischen Union 2004 reformierte die ungarische Regierung die berufliche Bildung grundlegend. Es wurde ein Rahmenlehrplan eingeführt, die Berufsbilder wurden entrümpelt und standardisiert. Außerdem wurden die duale Ausbildung und vierjährige Ausbildungsabschnitte in den Berufsschulen eingeführt. Zuständig für die Berufsbildung sind Bildungs- und Arbeitsministerium.
Die überbetriebliche Ausbildung für ein Handwerk erfolgt in einer Berufsschule (szakmunkásképzö iskola) oder einer Fachschule (szakiskola). Dort werden die theoretischen und praktischen Grundlagen des Berufs vermittelt. Die praktische Ausbildung findet in Schulwerkstätten und in Betriebspraktika statt, vergleichbar einer dualen Ausbildung in Deutschland.
Die Prüfungsausschüsse, die Facharbeiter- oder Meisterbrief-Abschlüsse vergeben, werden vom Staat berufen. In ihnen sitzen auch Vertreter der Kammern. Die eigentliche berufliche Bildung kann frühestens im Alter von 16 Jahren beginnen. Ungefähr zwei Drittel der arbeitenden Bevölkerung hat eine technische, berufsbildende oder höhere Schulausbildung.
Heute ist man in Ungarn nicht mehr auf ausländische Experten angewiesen, da sich das Qualifikationsniveau der ungarischen Arbeitnehmer rapide gesteigert hat.
In bestimmten Bereichen wie Maschinenbau, Computer- und IT-Branche oder Facharbeiter unterschiedlichster Handwerksberufe kann Ungarn den Bedarf allerdings nicht mit eigenen Arbeitnehmern decken.
Quelle: Bundesagentur für Arbeit; geändert von iMOVE





